Logo der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte e.V. zum 150-jährigen Jubiläum mit der Silhouette der Kieler Skyline. Die Zahl 150 steht groß und zentral, flankiert von den Jahreszahlen 1875 und 2025. Der Text 'Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte' ist rechts neben der Silhouette platziert.

Liebe Mitglieder, liebe Interessierte,


die Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte e.V. lädt Sie/euch ein, an einem besonderen Vorhaben mitzuwirken: einem Oral-History-Projekt zur Migration nach Kiel von 1945 bis heute.

Kiel ist seit Jahrzehnten ein Ort des Ankommens – für deutsche Heimatvertriebene, für Zugezogene mit ausländischen Wurzeln und für Geflüchtete unterschiedlichster Herkunft. Hinter jeder dieser Bewegungen stehen persönliche Geschichten, die bislang oft nur im Privaten erzählt wurden und nun bewahrt werden sollen.

Im Mittelpunkt des Projekts steht eine Leitfrage: Wie erinnern sich Menschen mit Migrationserfahrung an ihr Ankommen in Kiel – und wie hat die Stadt ihr Leben geprägt? Um Antworten darauf zu finden, suchen wir Menschen, die bereit sind, ihre Erfahrungen in Interviews zu teilen. Zugleich suchen wir Engagierte, die diese Gespräche ermöglichen: die Kontakte knüpfen, zuhören, Begegnungen schaffen und Geschichten sammeln. Es geht nicht um Technik oder wissenschaftliche Vorkenntnisse, sondern um Offenheit, Interesse und die Bereitschaft, anderen Menschen mit Aufmerksamkeit zu begegnen.

Die Interviews widmen sich Themen wie Ankommen und Alltag, Veränderung und Neubeginn, Zugehörigkeit und Fremdsein. Sie erzählen davon, wie Menschen Kiel erlebt haben – in den ersten Tagen ebenso wie im weiteren Leben. Ziel ist es, Migration als festen Bestandteil der Kieler Stadtgeschichte sichtbar zu machen, persönliche Erinnerungen zu dokumentieren, bevor sie verloren gehen, und das Verständnis innerhalb der Stadtgesellschaft zu stärken.

Dieses Projekt lebt von der Beteiligung vieler. Wer Menschen kennt, die ihre Geschichte erzählen möchten, wer selbst Erfahrungen einbringen möchte, ist herzlich eingeladen, Teil dieses Netzwerks zu werden. Denn Stadtgeschichte entsteht nicht nur in Archiven – sie lebt in den Erinnerungen der Menschen.

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Zuschriften an die Mail-Adresse: uwe.nieber@kieler-stadtgeschichte.de

Mit herzlichen Grüßen
Ihr/Euer Uwe Nieber

Newsletter 01/2026 Rubrik "Wiedergelesen"

„Wiedergelesen…"

Kennen Sie Walter Ehlert? Viele, die sich mit Gaarden beschäftigen, erleben ihn als den kundigen Kenner seines Stadtteils! Vor wenigen Tagen fiel mir sein Buch "Gaardener Handel und Wandel in Geschichte und Geschichten" in die Hände: Ein Lesebuch, ein Geschichtsbuch, ein Bilderbuch; da spielt immer etwas Nostalgie mit, doch lernen wir Gaarden und seine Menschen gut kennen, lesen von ihren Lebenswegen und blicken in die bunte Geschäftswelt in den Gaardener Straßen.

Walter Ehlert traf den richtigen Ton für seine akribische Beschreibung des ebenso lebendigen wie interessanten Quartiers. Unbedingt nachlesen und dann auf den Ehlertschen Spuren durch Gaarden schlendern! Geschichte und Geschichten nebeneinander - es lohnt sich!

Sonderveröffentlichungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Bd. 80
(Preis: Mitglieder 8 Euro, Nichtmitglieder 12,95)

Erzählen. Erinnern. Entdecken.

Erzählen. Erinnern. Entdecken. In den „Kieler Geschichte(n)“ erzählen Zeitzeugen von vergangenen Tagen in Kiel und lassen dadurch Stadtgeschichte lebendig werden - persönlich, konkret, verständlich.

Durch ihre Erzählungen zeichnen sie ein vielfältiges Bild des Kieler Alltagsleben - vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart. So werden wir zu Zeugen eines Jahrhunderts, wie es nicht im Buche steht.

Diesmal erzählt uns Rolf Langhammer seine „Kieler Geschichte“. In ihrem Mittelpunkt steht das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel), dem er seit Studientagen verbunden ist. Erst als Student, dann als Professor und stellvertretender Institutsleiter.

Das Institutsgebäude gehörte bis 1919 der Industriellenfamilie Krupp. Sie brachte dort während der Kieler Woche Segler des benachbarten Yacht Clubs unter.

Dass hier heute eines der führenden deutschen Zentren für Wirtschaftsforschung residiert, verdankt die Stadt laut Langhammer maßgeblich dem Reeder und Werftbesitzer Heinrich Diederichsen. Er ebnete Institutsgründer Bernhard Harms den Weg für einen Kauf des Gebäudes.

Das komplette Zeitzeugen-Interview hört und seht ihr ab sofort auf der Videoplattform ‚vimeo’ unter dem link: https://vimeo.com/1182391447
Gemälde von Wilhelm Spiegel

"Stadtgeschichte Hoch Drei"

Das Kieler Geschichtszentrum präsentiert im 1. Obergeschoss, Werkstatt 20. Jahrhundert, Rathaus Hopfenstraße 30, 24103 Kiel folgende Aktionen:

Wilhelm Spiegel – Widerstand in Kiel - Vortrag & Austausch
Der Historiker Dr. Volker Jakob spricht über den jüdischen Rechtsanwalt und Sozialdemokraten Wilhelm Spiegel, der sich früh gegen den Nationalsozialismus engagierte und im März 1933 von Nationalsozialisten ermordet wurde.
25. April, 15 – 17 Uhr - Keine Anmeldung/Kein Eintritt

„Der Häuserfilm“ – Filmgruppe Chaos - Film & Gespräch
Erhalte Einblicke in die Hausbesetzungen am Sophienblatt der frühen 1980er Jahre, als Wohnhäuser dem Bau des Sophienhofs weichen sollten. Die Filmgruppe Chaos hat diese Ereignisse dokumentiert und ein eindrucksvolles Zeitzeugnis geschaffen. Im Anschluss an die Filmsichtung lädt ein Mitglied der Filmgruppe zum Gespräch ein.
30. April, 18 – 21 Uhr - Keine Anmeldung/Kein Eintritt

Wiederaufbau des jüdischen Lebens in Kiel - Vortrag & Austausch
Wann entstand nach dem Zweiten Weltkrieg wieder jüdisches Gemeindeleben in Kiel? Vor welchen Herausforderungen standen jüdische Menschen? Viktoria Ladyshenski der Jüdischen Gemeinde Kiel und Region e. V. erzählt.
7. Mai, 18 – 20 Uhr - Keine Anmeldung/Kein Eintritt

Außerdem möchten wir Euch auf folgende Ereignisse und Termine hinweisen:

„Alter Markt - ist das Kiel oder kann das weg?“

Diese Frage habt ihr euch bestimmt schon gestellt - jetzt könnt ihr sie mit gleich drei Expert*innen diskutieren. Der Kunst- und Architekturhistorikerin Dr. Christine Kämmerer, unserem Vorsitzenden Rolf Fischer und dem Architekten Julian Weyer.

Sie sind zu Gast in den „Kieler Perspektiven“ - der Baukultur-Reihe der Stadt. Deren Thema ist am 29. April, um 19.00 Uhr im Forum für Baukultur, in der Waisenhofstraße 3 die so genannte Wiederaufbauarchitektur. Dazu rechnen auch die Pavillons am Alten Markt. Um deren Entstehung soll es gehen und um mögliche Zukunftskonzepte für diesen zentralen Stadtraum.

Zur Anmeldung geht’s auf https://www.kiel.de/de/kiel_zukunft/kiel_plant_baut/dialoge_kieler_perspektiven.php
Geschichte Hoch Drei - Hinweisschild für Geschichtszentrum im Rathaus III

Was verbirgt sich hinter dicken Tresortüren?

Das Stadtarchiv Kiel bietet für Interessierte im Mai und Juni zwei Sonderführungen. Gezeigt werden sowohl das Akten- als auch das Fotomagazin.

Jeweils Donnerstag, 07.05. und 04.06., 16.00 bis 18.00 Uhr

Für beide Termine sind noch einige Plätze frei. Bitte melden Sie sich mit dem Termin der Führung und der Personenzahl ausschließlich über folgende Emailadresse an:
stadtarchiv@kiel.de

Gaarden entdecken: Elf Rundgänge im Jubiläumsjahr

Gaarden-Ost feiert in 2026 „125 Jahre Gaarden zu Kiel“ und lädt alle Interessierten ein, die Vielfalt des Stadtteils neu kennenzulernen. Von den Aktiven des Netzwerks „125 Jahre Gaarden zu Kiel“ werden vielfältige Jubiläumsveranstaltungen angeboten. So auch 11 verschiedene, kostenlose Stadtteilrundgänge durch Gaarden.

Die thematischen Rundgänge – von Geschichte und Stadtentwicklung über Kunst bis hin zu Wirtschaft und Köstlichkeiten – ermöglichen Einblicke in die versteckten Ecken und spannenden Geschichten dieses lebhaften Stadtteils. Am Freitag, 08.05., 16.00 - 18.00 Uhr geht es um "Gaarden während der Naziherrschaft. Verfolgung & Widerstand 1933-1945". Start und Ende am Brunnen auf dem Vinetaplatz.

Zur besseren Planbarkeit wird um vorige Anmeldung gebeten, da die ersten Rundgänge im April sehr schnell ausgebucht gewesen sind.

Die Anmeldelinks und Infos gibt es unter /www.kieler-ostufer.de/touren!

Forum Demokratie und Erinnerungskultur

Von Hugenberg bis Musk: Verantwortung von Medien in Zeiten von Demokratie und autoritärer Herrschaft

Das Wirklichkeitsverständnis in modernen Demokratien ist in zentraler Weise von der Qualität der Massenmedien – von den klassischen bis zu den interaktiven digitalen Angeboten – und der Arbeit von Journalisten*innen abhängig: Wie nehmen wir unsere Gesellschaft und ihre Geschichte wahr? Welche Probleme sind vorrangig? Welche Konflikte bedrohen die freiheitliche Demokratie? Globale Online-Plattformen prägen heute Märkte und öffentliche Debatten wie nie zuvor. Mit den rasenden technologischen Entwicklungen wachsen jedoch auch die politischen und ethischen Herausforderungen, auch im Umgang mit Geschichte, Erinnerung und Gedächtnis.
Wie soll mit der Flut von Informationen, gezielten Desinformation und Fakes umgegangen werden, wie lassen sich Ressourcen der Resilienz stärken? Was heißt Verantwortung der Medien und ihrer Nutzer*innen heute, besonders für eine kritische Erinnerungskultur?

Um diese Fragen kreist die Vortrags- und Diskussionsveranstaltung im Forum für Baukultur, Waisenhofstraße 3 in Kiel am Freitag, 22.05, 18.00 Uhr
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