|
|
|
|
|
|
Liebe Mitglieder, liebe Interessierte,
|
kaum ein Ort in Kiel ist so reich an Geschichte wie das Areal des Kieler Schlosses. Hier stand im 13. Jahrhundert die Kieler Burg, hier residierten Landesherren, wurde der spätere Zar Peter III. geboren und 1918 die Fahne der Revolution gehisst. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss schwer zerstört, später entstand hier ein bedeutender Ort des Kieler Kulturlebens. Über Jahrhunderte spiegelte sich an diesem Ort die Geschichte unserer Stadt und des Landes Schleswig-Holstein.
|
Nun gehören die Schlossgebäude wieder der Stadt Kiel. Für die Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte ist das eine historische Chance: Wir setzen uns dafür ein, dass im Rantzau-Bau und in der Landeshalle ein modernes Museum entsteht, das die Geschichte Kiels von den Anfängen bis in die Gegenwart erzählt.
|
Ein Museum, das Stadtentwicklung und Alltagsleben, Arbeit und Wirtschaft, Politik und Kultur lebendig werden lässt. Das historische Objekte mit digitalen Präsentationen verbindet, neue Perspektiven eröffnet und Menschen aller Generationen anspricht. Es soll die hervorragende Arbeit der bestehenden Kieler Museen ergänzen und die Stadtgeschichte an einem zentralen Ort erlebbar machen.
|
Unsere Geschichtsgesellschaft hat deshalb einen ersten Konzeptentwurf für die künftige Nutzung der beiden Gebäude erarbeitet. Wir möchten damit eine öffentliche Diskussion anstoßen und dazu beitragen, dass das Kieler Schloss wieder zu einem lebendigen Ort der Begegnung mit unserer Geschichte wird.
|
Erzählen wir Kiels Geschichte neu – mitten in unserer Stadt!
|
|
|
|
|
|
|
"Wiedergelesen ..."
Treffen an der St. Heinrich-Kirche! Während ich warte, erinnere ich mich an das Buch über die einstigen Kieler Garnisonskirchen, zu denen diese Kirche gehört. Zurück im heimischen Arbeitszimmer: Lektüre von Beuckers/Priewe!
|
Absolut interessantes Buch über die Garnisonskirchen Petrus, Paulus und St. Heinrich. Dazu zählt auch die Holzkirche in Friedrichsort, die Bethlehem-Kirche. Die Marine dominierte Kiel und baute ihre eigenen Kirchen. Markante Orte im Stadtbild. Die katholische St. Heinrich hielt eine Loge für den evangelischen Kaiser vor, der Turm der Petrus-Kirche prägte die Wik, Paulus besticht durch ihre stille Würde. Das ist ein Teil der Stadtgeschichte, der heute fast vergessen ist. Deshalb unbedingt lesen!
|
|
Die Kieler Garnisonskirchen. Kirchenbau um 1900 zwischen Historismus und Moderne. Hrsg. v. Klaus Gereon Beuckers u. Katharine Priewe, Kiel 2017. Sonderveröffentlichung der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte. Bd. 83.
|
|
|
|
|
"Kieler Geschichte(n)"
|
Wie verändert Wohnungsbau eine Stadt? Und welche Spuren hinterlässt eine Wohnungsgenossenschaft nach einem Jahrhundert?
|
1926 gründeten 50 Postbedienstete in Kiel den Postbauverein. Ihr Ziel: in einer Zeit großer Wohnungsnot gemeinsam bezahlbare und zeitgemäße Wohnungen zu schaffen. Die ersten Häuser entstanden unter anderem im Mühlenweg und in der Sedanstraße. Bald folgten Geschosswohnungen in anderen Teilen Kiels.
|
Damit wurde die Geschichte des Postbauvereins – der heutigen WOGE – auch Teil der Kieler Stadtentwicklung.
|
|
Heute verfügt die WOGE über rund 2.300 Wohnungen. Ihre Geschichte erzählt deshalb nicht nur von Häusern und Mieten. Sie erzählt davon, wie sich Kiel, seine Stadtteile und die Vorstellungen vom guten Wohnen in 100 Jahren verändert haben.
|
Zum Jubiläum haben wir mit dem Historiker und Autor der WOGE-Chronik, Dr. Josef Schmid, zurückgeblickt: Wo hat die WOGE Kiel geprägt – und welche Rolle können Wohnungsgenossenschaften für die Stadt von morgen spielen?
|
|
Das vollständige Interview ist auf unserem Vimeo-Kanal zu sehen und zu hören:
|
|
https://vimeo.com/Kielerstadtgeschichte
|
|
|
|
|
Stadtgeschichte aus neuer Perspektive
Wie hat Migration die Geschichte Kiels geprägt? Und warum gehört auch Armut seit Jahrhunderten zum städtischen Leben? Diesen beiden Fragen widmet sich das Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum bei zwei Veranstaltungen in Gaarden. Dabei geht es nicht nur um historische Erkenntnisse, sondern auch um die Erfahrungen, Erinnerungen und Sichtweisen der Menschen von heute.
|
Den Auftakt macht der Kieler Regionalhistoriker Prof. Dr. Oliver Auge. Er erzählt, wie Zuwanderung bereits seit dem Mittelalter die Entwicklung Kiels beeinflusst hat. Anschließend sind die Gäste eingeladen, an verschiedenen Mitmachstationen eigene Erfahrungen und Ideen einzubringen. Wie lässt sich Migration in einem künftigen Museum darstellen? Welche Geschichten sollten dort erzählt werden?
|
Am folgenden Abend richtet sich der Blick auf die Armut in der Stadtgeschichte. Unter dem Titel „Stadtluft macht arm. Oder: Warum Armut zur Geschichte Kiels gehört“ beleuchtet unser Vorstandsmitglied, der Historiker Dr. Christian Hoffarth ein Thema, das die Lebensverhältnisse vieler Kieler Generationen geprägt hat. Auch hier sind die Besucherinnen und Besucher eingeladen, mitzudenken, mitzudiskutieren und persönliche Geschichten beizusteuern.
|
Beide Veranstaltungen dauern etwa zwei Stunden. Der Besuch ist unkompliziert: Alle entscheiden selbst, wie lange sie bleiben und wie intensiv sie sich beteiligen möchten. Für einen kleinen Imbiss ist ebenfalls gesorgt.
|
|
Termine und Veranstaltungsorte:
|
Montag, 26. Oktober 2026, 17 Uhr Migration und Kieler Stadtgeschichte Türkische Gemeinde, Elisabethstraße 44, Kiel-Gaarden
|
Dienstag, 27. Oktober 2026, 18 Uhr Stadtluft macht arm – Armut in der Geschichte Kiels Sozialkirche, Stoschstraße 52, Kiel-Gaarden
|
|
|
|
Außerdem möchten wir Sie/Euch auf folgende Ereignisse und Termine hinweisen:
|
|
|
|
August Mau und Pompeji: Ein Kieler Archäologe verändert den Blick auf die Antike
Wie erforscht man eine antike Stadt, deren Alltag durch einen Vulkanausbruch vor fast 2.000 Jahren für die Nachwelt erhalten geblieben ist? Einer der Wegbereiter der modernen Pompeji-Forschung war der in Kiel geborene Archäologe August Mau (1840–1909). Ihm widmet die Kieler Universität eine neue Vortragsreihe, die künftig zu Beginn jedes Wintersemesters an sein wissenschaftliches Erbe erinnern soll.
|
August Mau wurde an der Christian-Albrechts-Universität promoviert und fand erst auf Umwegen zur Archäologie. Seine Forschungen in Pompeji veränderten den Blick auf die antike Stadt nachhaltig. Während sich die klassische Archäologie des 19. Jahrhunderts vor allem mit berühmten Kunstwerken, Statuen und ihrer Zuordnung zu antiken Künstlern beschäftigte, erkannte Mau, dass Pompeji ganz andere Möglichkeiten bot: Hier ließ sich das Leben einer antiken Stadt anhand ihrer Häuser, Straßen und Wandmalereien erforschen.
|
Zum Auftakt der neuen Vortragsreihe zeichnet Prof. Dr. Jens-Arne Dickmann von der Universität Freiburg nach, wie August Mau den Übergang von einer vorwiegend kunsthistorisch orientierten Archäologie zur umfassenden Erforschung antiker Stadtkultur mitgestaltete. Zugleich wird deutlich, warum der wissenschaftliche Außenseiter Mau zu einem der Begründer der modernen Erforschung Pompejis werden konnte.
|
|
Donnerstag, 29. Oktober 2026, 18.30 Uhr
|
Seeburg, Kegelbahn Düsternbrooker Weg 2, 24105 Kiel
|
|
|
|
|
Vom preußischen Prachtbau zu steinernen Überresten: Das ehemalige Universitäts-gebäude im Schlossgarten
Wer heute durch den Kieler Schlossgarten spaziert, ahnt kaum, dass hier einst eines der eindrucksvollsten Gebäude der Stadt stand: das Hauptgebäude der Christian-Albrechts-Universität. Der monumentale Bau, zwischen 1873 und 1876 nach Plänen der renommierten Berliner Architekten Martin Gropius und Heino Schmieden errichtet, war nicht nur ein architektonisches Schmuckstück, sondern auch ein sichtbares Zeichen für die Entwicklung Kiels zur Universitätsstadt im preußischen Zeitalter.
|
Über Jahrzehnte prägte das Kollegiengebäude das Stadtbild und war ein beliebtes Postkartenmotiv. Hier schlug das Herz des akademischen Lebens. Doch der Zweite Weltkrieg setzte dieser Geschichte ein gewaltsames Ende: 1944 wurde das Gebäude bei einem Luftangriff schwer zerstört. Zehn Jahre später, am 23. Oktober 1954, wurden die verbliebenen Ruinen gesprengt.
|
Nur wenige Zeugnisse erinnern heute noch an den einstigen Prachtbau: steinerne Köpfe der Philosophenstatuen vom Eingangsportal, Terrakotten der reich gestalteten Fassade und sogar eine Türklinke. Diese unscheinbaren Überreste erzählen von der Architektur, dem akademischen Selbstverständnis und den historischen Umbrüchen, die Kiel seit dem Kaiserreich erlebt hat.
|
|
In der Vortragsreihe Kieler Geschichte kompakt begibt sich Anne Krohn von der Christian-Albrechts-Universität auf die Spuren dieses verschwundenen Bauwerks. Sie zeichnet seine Geschichte nach und zeigt, wie sich an einem einzigen Gebäude mehr als sieben Jahrzehnte Kieler Stadt- und Universitätsgeschichte ablesen lassen.
|
Die Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte lädt zu diesem historischen Streifzug mit anschließendem Austausch ein.
|
|
Donnerstag, 5. November 2026, 18–20 Uhr
|
Medizin- und Pharmaziehistorische Sammlung, Brunswiker Str. 2, 24105 Kiel
|
Um Anmeldung wird gebeten: https://terminplaner.dfn.de/public/bookings/14029ccd-5cc6-4022-b700-7b151b6c835b
|
|
|
|
|
Wie sieht die landesgeschichtliche Ausstellung der Zukunft aus?
Wie lässt sich die Geschichte Schleswig-Holsteins künftig anschaulich, zeitgemäß und für ein breites Publikum erzählen? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines Vortrags, zu dem die Historische Landeshalle für Schleswig-Holstein e.V. einlädt.
|
Auf Schloss Gottorf wird derzeit die landesgeschichtliche Dauerausstellung neu konzipiert. Damit bietet sich die Gelegenheit, nicht nur die Präsentation der Landesgeschichte zu überdenken, sondern auch historische Schätze wieder sichtbar zu machen, die seit längerer Zeit nicht mehr öffentlich ausgestellt sind.
|
Ein Großteil der Landesgeschichtlichen Sammlung befindet sich inzwischen im Zentralmagazin auf dem Hesterberg in Schleswig. Dort lagern zahlreiche kultur- und landesgeschichtlich bedeutende Objekte, die das historische Gedächtnis Schleswig-Holsteins bereichern. Die geplante Neugestaltung auf Schloss Gottorf eröffnet die Perspektive, ausgewählte Stücke dieser Sammlung künftig wieder einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
|
Dr. Uta Kuhl, Kuratorin am Museum für Kunst und Kulturgeschichte auf Schloss Gottorf, wird über den aktuellen Stand der Planungen berichten und einen Ausblick auf die künftige Gestaltung der Ausstellung geben. Dabei geht es auch um die grundsätzliche Frage, wie ein Landesmuseum die Geschichte Schleswig-Holsteins im 21. Jahrhundert vermitteln kann.
|
Im Anschluss besteht Gelegenheit, mit der Referentin über die Perspektiven der landesgeschichtlichen Präsentation ins Gespräch zu kommen.
|
Mittwoch, 18. November 2026, 18 Uhr Kulturspeicher der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek Wall 47/51, 24103 Kiel
|
|
Bild: Blick in die Historische Ausstellung, 1896. Quelle: Historische Landeshalle für Schleswig-Holstein e.V.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|