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Logo der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte e.V. zum 150-jährigen Jubiläum mit der Silhouette der Kieler Skyline. Die Zahl 150 steht groß und zentral, flankiert von den Jahreszahlen 1875 und 2025. Der Text 'Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte' ist rechts neben der Silhouette platziert.

Liebe Mitglieder, liebe Interessierte,

im vergangenen Newsletter haben wir Sie/Euch gebeten, uns bei der Suche nach „vergessenen und verlorenen Straßen“ in Kiel zu helfen. Viele von Ihnen/Euch haben sich beteiligt, Hinweise gegeben, Erinnerungen geteilt und uns auf Spuren aufmerksam gemacht, die sonst vielleicht in Vergessenheit geraten wären.

Dafür möchten wir Ihnen/Euch herzlich danken! Ihre/Eure Rückmeldungen zeigen einmal mehr, wie viel Wissen und persönliche Erinnerung in unserer Stadtgesellschaft steckt. Nun möchten wir Sie/Euch gleich um eine weitere Mithilfe bitten:

Was haben Sie/habt ihr vom Mauerfall und der Deutschen Einheit in Erinnerung?

Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Wenige Monate später, am 3. Oktober 1990, wurde Deutschland wiedervereinigt. Auch in Kiel wurde diese Zeit erlebt, diskutiert und gestaltet – in Familien, am Arbeitsplatz, in Schulen, Vereinen und im Freundeskreis.

Wir interessieren uns für Ihre/Eure persönlichen Erinnerungen:
Wo waren Sie, als Sie vom Mauerfall erfuhren? Was haben Sie damals gedacht und empfunden? Haben Sie Menschen aus der DDR kennengelernt oder Besuch bekommen? Welche Veränderungen haben Sie in Kiel wahrgenommen? Und gibt es vielleicht einen Gegenstand, ein Foto, einen Brief oder eine andere Erinnerung, die für Sie mit dieser Zeit verbunden ist?

Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um die großen politischen Ereignisse. Uns interessieren die kleinen persönlichen Geschichten und Erlebnisse, aus denen Geschichte lebendig wird.

Wenn Sie etwas beitragen möchten, schreiben Sie uns gern ein paar Zeilen. Und zwar an uwe.nieber@kieler-stadtgeschichte.de Auch kurze Hinweise sind willkommen. Und wenn Sie jemanden kennen, der eine interessante Geschichte aus dieser Zeit erzählen kann, freuen wir uns, wenn Sie unsere Anfrage weitergeben.

Helfen Sie uns, Erinnerungen an Mauerfall und Deutsche Einheit für die Kieler Stadtgeschichte zu bewahren.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr/Euer
Uwe Nieber

"Wiedergelesen ..."

Darf man sein eigenes Buch loben? Wahrscheinlich nicht oder nur ganz leise. Ich tue es hier trotzdem! Vorgestern war das Buch über den Kieler Maler Karl Peter Röhl meine Abendlektüre und ich habe mich "festgelesen".

Röhl erhielt große Anerkennung als Expressionist, gehörte zum Weimarer Bauhaus und baute nach dem Zweiten Weltkrieg die Kunst- und Kulturlandschaft an der Kieler Förde maßgeblich mit auf. Ein spannendes politisches Leben eines vielseitigen Künstlers - seiner Heimatstadt stets verbunden und in Leben und Werk bedeutende Akzente setzend. Nicht nur zur Abendlektüre empfohlen:

Rolf Fischer, Zauber und Zwiespalt - Der Kieler Bauhaus-Maler Karl Peter Röhl und die Politik. Kiel 2024, Verlag Ludwig
(Sonderveröffentlichung der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Bd. 101)

Erzählen. Erinnern. Entdecken.

Ein Klassenzimmer als Gedächtnis der Stadt: Wie sah Schule früher aus? Womit lernten Kinder vor hundert Jahren? Und warum lohnt es sich, Schulbänke, Schiefertafeln oder alte Lesebücher zu bewahren? Über Jahrzehnte hat der ehemalige Schulleiter Dieter Sievers das Kieler Schulmuseum aufgebaut – aus Leidenschaft für die Geschichte des Lernens und des Alltags. Seine Sammlung bewahrte unzählige Zeugnisse vergangener Schulgenerationen vor dem Vergessen.

In unserem neuen Zeitzeugen-Interview erzählt Dieter Sievers, wie das Museum entstand, welche Geschichten hinter den Exponaten stecken und warum Schulgeschichte immer auch Stadtgeschichte ist.

Das vollständige Interview ist auf unserem Vimeo-Kanal zu sehen und zu hören: https://vimeo.com/kielerstadtgeschichte

Außerdem möchten wir Sie/Euch auf folgende Ereignisse und Termine hinweisen:

KIELER GESCHICHTE KOMPAKT – Die Kieler Straßenbahn im Wandel der Zeit: 1881 bis 1985

Kiel hat eine interessante und vielfältige Geschichte – und die Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte hat dafür ab Herbst 2026 ein neues Format. Kieler Geschichte kompakt ist der Titel einer neuen Vortragsreihe, die unterschiedliche Kapitel der Stadtgeschichte in lockerer Atmosphäre und unterhaltsam präsentieren möchte.

Der Name ist Programm: Es erwarten Sie kurzweilige Vorträge von Menschen, die sich mit verschiedenen Bereichen von Kiels Geschichte sehr gut auskennen. Was uns besonders wichtig ist: der Austausch im Anschluss mit Ihnen. Lassen Sie uns gemeinsam in die Stadtgeschichte eintauchen! Von Herbst 2026 bis ins Frühjahr 2027 laden wir an wechselnden Orten der Stadt zu fünf Terminen ein.

Einsteigen bitte! Am Mittwoch, den 16. September um 18:00 Uhr geht es los mit Kieler Geschichte kompakt. Begleiten Sie uns auf eine spannende Zeitreise durch mehr als 100 Jahre Kieler Nahverkehrsgeschichte. Jürgen Branat vom Verein „Freunde der Straßenbahn, Kiel e.V.“ nimmt Sie mit auf eine interessante Tour durch die Geschichte der Kieler Straßenbahn. Erfahren Sie, wie sie das Stadtbild von einst prägte. Kommen Sie ins Geschichtszentrum in der Hopfenstraße 30, 1. Etage, lassen Sie sich begeistern und diskutieren Sie mit uns über dieses spannende Kapitel Kieler Stadtgeschichte.

Wie konnte das geschehen? Götz Aly und Martin Sabrow im Gespräch

Warum konnten die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernehmen – und warum fanden sie bei so vielen Deutschen Zustimmung, Unterstützung oder zumindest passive Duldung? Wie wurden aus einer Gesellschaft, die den Krieg zunächst fürchtete, im Laufe weniger Jahre Millionen Mitmacher, Helfer und Vollstrecker?

Diesen Fragen widmet sich der Historiker Götz Aly in seinem jüngsten Buch „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945“. Auf der Grundlage jahrzehntelanger Forschung untersucht Aly nicht nur die Herrschaftsmethoden der Nationalsozialisten, sondern auch die gesellschaftlichen Bedingungen, die ihre Herrschaft ermöglichten und stabilisierten. Er fragt nach den Versprechen von Wohlstand und Zugehörigkeit, nach Propaganda und Terror – und danach, wie eine Gesellschaft schrittweise in die Verbrechen des Regimes hineingezogen wurde.

Über diese Forschungen und die Frage, wie eine moderne Gesellschaft in eine Diktatur und einen beispiellosen Massenmord geraten konnte, spricht Götz Aly mit dem Historiker Martin Sabrow.

Wir laden herzlich ein zu einem Abend mit zwei profilierten Historikern und zu einem Gespräch über eine der schwierigsten Fragen der deutschen Geschichte – und darüber, was wir aus ihr verstehen können.

Freitag, 18. September 2026, 18.00 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr) im
Wissenschaftszentrum Kiel, Fraunhoferstraße 13, 24118 Kiel

Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte e.V. gemeinsam mit der Werkstatt 20. Jahrhundert.

Der Eintritt ist frei! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich!

Geschichte hörbar machen: Mitforschen im Zeitzeugin-Projekt

Wie lässt sich die Erinnerung an die NS-Zeit aus der persönlichen Perspektive eines jüdischen Mädchens aus Kiel bewahren?

Die AG Zeitzeugin der Humboldt-Schule Kiel arbeitet im Projekt „Das Mädchen aus der Kieler Sternstraße“ mit den Erinnerungen einer 1928 in Kiel geborenen Zeitzeugin, die Ende 1938 vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Israel fliehen musste. Auch die Erinnerungen ihres verstorbenen Bruders, des letzten jüdischen Schülers der Humboldt-Schule im Jahr 1938, werden aufgearbeitet.

Dafür braucht die AG Ihre/eure Unterstützung: KI-generierte Transkriptionen der aufgezeichneten Gespräche sollen mit den Original-Audios verglichen, korrigiert und ergänzt werden. Besondere Vorkenntnisse sind nicht nötig – Sie brauchen lediglich einen Computer, Kopfhörer und mindestens eine Stunde Zeit.
Wer mitmachen möchte, kann sich hier anmelden:

agzeitzeugint@humboldt-schule-kiel.de oder dasmaedchenausdersternstrasse@gmail.com

Die Zeitzeugin wird in diesem Jahr 98 Jahre alt. Umso wichtiger ist es, ihre Stimme und ihre Erinnerungen jetzt für die Zukunft zu bewahren.

Machen Sie mit – und helfen Sie, ein Stück Kieler Geschichte hörbar zu halten.
Ein Projekt der AG Zeitzeugin der Humboldt-Schule Kiel in Kooperation mit der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte e.V., gefördert von der Partnerschaft für Demokratie Kiel.

Euthanasie und Zwangssterilisation: Kieler Spuren der NS-Medizinverbrechen

Am Lorentzendamm 35 in Kiel befand sich während der NS-Zeit das so genannte Erbgesundheitsobergericht. Hier wurde letztinstanzlich über Zwangssterilisationen entschieden. Allein in Schleswig-Holstein wurden zwischen 1934 und 1940 mindestens 4.330 Menschen zwangssterilisiert.

Auch die Kieler Universitätsmedizin ist Teil dieser Geschichte. Der Kinderarzt Werner Catel, der später Leiter der Kieler Universitätskinderklinik wurde, war in das NS-„Euthanasie“-Programm verstrickt. Seine Berufung nach Kiel im Jahr 1954 und sein Rücktritt 1960 werfen bis heute Fragen nach dem Umgang mit NS-Täterschaft und ihrer Aufarbeitung auf.

Ein besonders eindrückliches Beispiel ist das Schicksal von Fritz Niemand. Er wurde 1936 zwangssterilisiert. Noch 1957 bestätigte das Amtsgericht Kiel die Rechtmäßigkeit der damaligen Entscheidung – erst 1986 wurde sie aufgehoben.

Die Ausstellung „Kieler.Zeit.Räume. im Nationalsozialismus“ nimmt diese Kieler Spuren zum Anlass, genauer hinzusehen. Dazu gibt es in den kommenden Wochen mehrere Veranstaltungen im Geschichtszentrum in der Hopfenstraße 30, 1. Etage. Den Auftakt am 12. September, 14:00–16:00 Uhr bildet die Kurator*innenführung „Wie habt ihr das gemacht?“

Informationen zu den weiteren Veranstaltungen hält die "Werkstatt 20. Jahrhundert" im Zentrum bereit.

Kiel aus den Augen eines Dänen entdecken

Im Rahmen des landesweiten Projektes "Digital Learning Campus Schleswig Holstein" startet die Universitätsbibliothek Kiel ein Citizen-Science-Projekt zum Entziffern und Transkribieren der handschriftlichen Dokumente von Jens Baggesen: Einem dänischen Schriftsteller, der Schleswig-Holstein durch seine zahlreichen Aufenthalte gut kannte und die erste Professur für dänische Sprache in Kiel innehatte. Da viele Texte noch unveröffentlicht sind, leisten Bibliothekar*innen und interessierte Bürger durch das Transkribieren gemeinsam einen Beitrag zur Erforschung der Geschichte Schleswig-Holsteins.

Die Universitätsbibliothek lädt herzlich zum Mitmachen und Mitforschen ein!

Das Projekt beginnt mit einer Auftaktveranstaltung am 8. September 2026 um 18 Uhr in der Seeburg in Kiel (Düsternbrooker Weg 2, 24105 Kiel), wo uns Prof. Dr. Karin Hoff in das Leben Jens Baggesen einführt. Zu dieser Veranstaltung möchten wir Sie herzlich einladen. Die Anmeldung erfolgt über den folgenden Link: https://dlc.sh/lernangebot/7626?lz=87

Begleitend zum Citizen Science Projekt finden Kurse statt, in denen Interessierte Kenntnisse in der KI-unterstützten Paläographie lernen und vertiefen können.

Historisches Kiel in Bildern

Am Samstag, den 12.09.2026 um 16:00 Uhr startet unser Vereinsmitglied Wolfgang D. Kuessner eine Reihe von Bildervorträgen. Er präsentiert im Metro Kino im Schlosshof jeweils gut eine Stunde das historische Kiel in Fotografien. Die Vorträge thematisieren unter anderem Kaiserzeit und Aufbaujahre.

Weitere Termine sind: 26.09., 10.10., 21.11., 05.12., 12.12.2026, jeweils um 16:00 Uhr. Infos und Kartenvorverkauf über https://www.metrokino-kiel.de

So haben Sie Kiel noch nie gesehen!

Der Kieler Fotograf Peter Schuster hat sich auf die Suche nach den unterschiedlichen Seiten der Stadt gemacht. Neben bekannten Motiven zeigt er in seinem neuen Fotobildband auch kleine, verborgene und wenig bekannte Besonderheiten. Rund 600 Fotografien ergeben ein farbiges Kaleidoskop von Kiel und seinem Umland.

Begleitende Texte erzählen Wissenswertes zu den Orten und laden dazu ein, die eigene Stadt mit neuen Augen zu entdecken.

„Kiel und das Umland. Ein plaudernder Fotobildband mit vielen Rückblicken“

erscheint dieser Tage im Solivagus Verlag. Es ist über den Buchhandel oder Verlag zu beziehen.
Hardcover, ca. 160 Seiten, 24,90 €
ISBN 978-3-943025-77-4

Ein Buch für alle, die Kiel kennen – und für alle, die ihre Stadt noch einmal neu entdecken möchten.
Detaillierte Hinweise auf die einzelnen Veranstaltungen finden Sie in den Folgewochen auf unserer Homepage www.kieler-stadtgeschichte.de, unserem Instagram-Account und in unserem Newsletter.
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