Das Jahr 2017 stand vor allem im Zeichen des 775-jährigen Stadtjubiläums und der Vorbereitung der Projekte zum 100-jährigen Jahrestag der Novemberrevolution von 1918 in Kiel. Der Festakt 775 Jahre Stadt Kiel fand am 22. Juli 2017 nach unseren Programmvorschlägen mit dem Festvortrag von Prof. Auge in der Nikolaikirche am Tag der Schlacht bei Bornhöved 1227 statt. Am 5. Oktober stellte die Gesellschaft die von ihr zum Stadtjubiläum herausgegebene neue Kieler Stadtgeschichte vor als

Sonderveröffentlichung 86:

Oliver Auge, Kiel in der Geschichte, Facetten einer Stadtbiografie, 268 Seiten, Wachholtzverlag

Es erschienen im Berichtsjahr ferner die Sonderveröffentlichung 82:

Gwendolyn Peters, Kriminalität und Strafrecht in Kiel im ausgehenden Mittelalter. Das Varbuch als Quelle zur Rechts- und Sozialgeschichte, 162 Seiten, zugleich Band 45 der Kieler Werkstücke, Reihe A, herausgegeben von Oliver Auge, Peter lang Edition, Fankfurt am Main.

Dieser Band stellt ein weiteres Mal die enge Zusammenarbeit mit der CAU Kiel unter Beweis. Ein weiteres Beispiel ist die in Zusammenarbeit mit dem Kunsthistorischen Institut erschienene Sonderveröffentlichung 83:

Klaus Gereon Beuckers und Katharina Priewe (Hg.), Die Kieler Garnisonskirchen. Kirchenbau um 1900 zwischen Historismus und Moderne, 200 Seiten mit zahlreichen Abbildungen

Zum 90. Jahrestag der Kinderrepublik Seekamp erschien als Reprint mit einer Einleitung von Jürgen Weber und wurde mit Veranstaltungen auf Seekamp begleitet die Sonderveröffentlichung 84:

Andreas Gayk (Hg.), Die Rote Kinderrepublik. Ein Buch von Arbeiterkindern für Arbeiterkinder, 82 Seiten mit zahlreichen Abbildungen

Im Dezember erschien die die Epochen vom Ersten Weltkrieg bis nach der britischen Besetzung 1955 wiedererlangten Souveränität umfassende Sonderveröffentlichung 85:

Jürgen Jensen, Kiel im Zeitalter der Weltkriege. Fotografierte Stadt- und Zeitgeschichte 1914 bis 1955, 568 Seiten mit zahlreichen Abbildungen

Das von der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte mit herausgegebene kunst- und kulturgeschichtliche Jahrbuch Nordelbingen erschien tournusgemäß wieder mit mehreren wiss. Beiträgen und Buchbesprechungen im Boyens-Verlag.

Bei den Mitteilungen kam heraus:

Heft 3 des Bandes 89 mit fünf Beiträgen mit insgesamt 56 Druckseiten.

Die beiden Forschungsprojekte zur Novemberrevolution 1918 lagen gut in der Zeit, um zum 100. Jahrestag vorzuliegen. Dr. Rackwitz schloss sein Ms. im Oktober ab, und die Druckfassung wird im März 2018 unter dem Titel: „Kiel 1918. Revolution, Aufbruch zu Republik und Demokratie“ im Wachholtz-Verlag als Sonderveröffentlichung 87 herauskommen. Die Filmautoren Klaus Kuhl und Kay Gerdes führten intern eine Rohfassung des 50-minütigen Dokumentarfilms über die Kieler Revolutionsereignisse vor; eine DVD wird 2018 erscheinen, und die öffentliche Filmpremiere ist für den 6. November im Metrokino geplant.

Es fanden wieder zwei wiss. Exkursionen ins Land statt, die letzte am 30. Sept. zu den Kulturschätzen im Kieler Süden, wie immer unter der bewährten Leitung von Ernst Mühlenbrink und Jens Neumann.

Bei der Vergabe des Deutschland-Stipendiums mit der CAU ist eine Pause eingetreten, da im Vorwege bei den Gesprächen mit geisteswiss. Lehrstuhlinhabern keine überzeugenden Kandidaten gefunden wurden. Grundsätzlich soll eine weitere Beteiligung am Stipendium fortgeführt werden.

Mit der Stadt ist am 18. April 2017 eine schriftliche Vereinbarung getroffen worden, die die Formen der Zusammenarbeit umreißt. Dabei sind auch halbjährliche Konsultationen vorgesehen. Die erste fand am 30. August 2017 bei Stadtrat Röttgers statt und hat zu konkreten Absprachen über eine Vortragsveranstaltung zur Novemberrevolution im Rathaus und zu weiteren Prüfungsfeldern (Wissenschaftsförderung, Buchverkauf im Museum, medialer Umgang mit den Fotobeständen der Gesellschaft) geführt.

Die Geschichtsgesellschaft ist beteiligt an den Überlegungen, für den bedeutenden, 1794 bis 1823 in Kiel lehrenden Philosophen Karl Leonhard Reinhold (1757 – 1823) im Sclossareal eine Gedenkplatte zu installieren.

In der Reihe der historischen Filmdokumente hat die Geschichtsgesellschaft bereits eine beachtliche Reihe entsprechender Filme vorgelegt. Anfangs auf VHS-Kassetten kopiert, sind sie heute vielfach nicht mehr abspielbar, weil die Geräte nicht mehr zur Verfügung stehen. Daher sind Vorbereitungen getroffen worden, diese Filme auf das DVD-System unzukopieren.

Die Gesellschaft bietet jetzt über kiel.de bereits eine detaillierte Bibliographie über ihre Buchveröffentlichungen an. Inzwischen sind auch alle Veröffentlichungen von 1877 bis 2009 digitalisiert worden und sollen ebenfalls in Kürze im Internet allgemein zugänglich werden.

Es ist davon auszugehen, dass auch das Kieler Urkundenbuch, das Dr. H. Unverhau bearbeitet, in Kürze abgeschlossen und in geeigneter Form  (Buchausgabe, Internet) öffentlich zugänglich sein wird.

Die Finanzen des Vereins sind geordnet, der Bitte um zusätzliche Spenden sind sehr viele Mitglieder mit Beträgen bis 100/200 € gefolgt, eine private Großspende umfasste 1.000 €.