Der Vorstand gibt mit diesem Jahresbericht eine Übersicht über die Aktivitäten im Jahr 2020. Coronabedingt kam es zu erheblichen Einschränkungen; dazu gehörte auch, dass die Jahresmitgliederversammlung nicht stattfinden konnte. Der Vorstand hat deshalb eine Gesamtschau erstellt, die deutlich macht, dass in schwieriger Zeit ernste Krisen vermieden werden konnten. Da wir nur wenige Vorstandssitzungen in gewohnter Form möglich waren, hat sich der Vorstand auf ein Verfahren per Mail geeinigt, so dass die entsprechenden Informationen kontinuierlich geflossen sind. Auch die Geschäftsstelle hat den Vorstand bzw. einzelne zuständige Mitglieder über wichtige und aktuelle Sachstände informiert.

Aktivitäten:

1. Mitgliederentwicklung

(Stand 14.12.2020): 1392 Mitglieder; Eintritte in 2020: 46; beendete Mitgliedschaften: 42 (plus 12 Beendigungen, die zum 31.12.2020 wirksam werden). Hauptgrund für die Beendigung der Mitgliedschaft waren in der übergroßen Zahl der Tod, das hohe Alter oder der Wegzug des Mitgliedes. Obwohl wir kaum Aktivitäten durchführen konnten, die erfahrungsgemäß zu Eintritten führen, blieb die Mitgliederzahl auf hohem Niveau stabil. Das ist sicherlich angesichts der fragilen Situation als Erfolg zu verbuchen.

2. Stand der Zahlungserinnerungen am 03.12.2020:

  • angeschriebene säumige Mitglieder: 139 mit Beitragsaußenständen von 10.524,00 €
  • Nachzahlungen erfolgten in Höhe von 7.193,00 €
  • Erfolgsquote der eingetriebenen Außenstände: 68 %
  • 30 angeschriebene säumige Mitglieder haben auf die Zahlungserinnerung nicht reagiert, hier wird zu beraten sein, wie mit diesen Mitgliedern (ohne Beitrag eigentlich keine Mitgliedschaft!) zu verfahren ist.
  • 7 Mitglieder sind infolge der Zahlungserinnerung ausgetreten; angesichts der hohen Zahl der Angeschriebenen ist das eine überaus geringe Quote!
  • Zahl der noch anzuschreibenden Mitglieder mit Zahlungsrückständen über zwei Jahresbeiträge: ca. 60
  • Höhe der säumigen Beiträge der noch nicht angeschriebenen Mitglieder: ca. 3.000 €. Das „Mahnverfahren“ wird im neuen Jahr weitergeführt, sobald die zahlreichen Zahlungseingänge infolge des Versands der Jahresgabe und der Daueraufträge zu Jahresbeginn 2021 eingearbeitet sind.

3. Das Verfahren hat zu einer deutlichen Aktualisierung des Mitgliederverzeichnisses geführt. So konnten z.B. mehrere bereits vor Jahren verstorbene Mitglieder nach Rückmeldung der Angehörigen aus dem Verzeichnis genommen werden. Die Zahl der Rückläufer nach Versand an alle Mitglieder konnte drastisch auf zurzeit ca. 10 reduziert werden.

4. Als nicht nur finanzieller Erfolg kann unsere Spendenaktion zur Jahresgabe 2020 eingeordnet werden: Konto-Stand am 01.12.2020: 4.112,29 €, Konto-Stand 20.12.2020: 16.000 € Infolge der Jahresgabe 2020 sind bisher über 12.000 € an Beiträgen und Spenden eingegangen, Tendenz weiter steigend. Das ist ein eindrucksvoller Beleg für die Treue der Mitglieder zur Gesellschaft in schwieriger Zeit.

5. Die Finanzen waren stabil; der Haushaltsplan wurde eingehalten und weist dementsprechend keine besonderen Abweichungen auf. Detailinformationen werden über die Geschäftsstelle oder den Schatzmeister gegeben. Die Zahl der Kassenprüfer konnte wieder auf zwei Personen erhöht werden. Aufgrund der coronabedingten Schließung der Geschäftsstelle (wie der des Archivs) reduzierte sich der direkte Verkauf von Büchern sehr stark.

6. Unsere Aktivitäten stießen auf sehr große Resonanz: Die in der Teilnehmerzahl beschränkten Führungen auf dem Nord-Friedhof und in der Wik (Thema: Kiel im Bombenkrieg) durch die Herren Scholz und Voss waren binnen kürzester Zeit ausgebucht. Auch die jeweiligen Zusatzführungen waren gut besucht. Ausgefallen ist unsere Teilnahme an der „Skandinavischen/Dänischen Woche“ im November 20. Wir sind aber in der Broschüre der Stadt als Mitinitiatoren (einschl. Grußwort) genannt. Unsere Aktion zur Beleuchtung des „Breuste-Denkmals“ wurde fortgesetzt und ein Antrag zur Finanzierung bei der Stadt gestellt. Weitere Gespräche konnten wir mit der FH Kiel führen; hier wird ein Beitrag des Vorsitzenden demnächst in einer Veröffentlichung zur Geschichte der FH erscheinen. Zudem stehen wir in engem Kontakt mit Prof. Rupert-Kruse (FH Kiel), der wissenschaftlich an der digitalen Präsentation von Geschichte arbeitet. Mit zwei Veranstaltungen waren wir erstmals auf der „Digitalen Woche Kiel“ im September 20 vertreten. Auch in die Vorbereitungen für das Röhl-Jubiläum 2025 (es geht um den expressionistischen Kieler Maler) sind wir eingebunden. Der ausgefallene 3. „Tag der schleswig-holsteinischen Geschichte“ der Gesellschaft der SH-Geschichte wird 2021 nachgeholt – unsere Geschichtsgesellschaft wird dort u.a. mit einem gemeinsamen Vortrag von Fischer/Rackwitz vertreten sein. Die Kontakte zum Historischen Seminar (Prof. Auge) und zum Institut für Politikwissenschaft (Prof. Knelangen) wurden weiter vertieft. Unsere Gesellschaft hat für 2020 wieder ein Deutschland-Stipendium mit der CAU realisiert. Zumindest auf virtuellem Wege wurden die Beziehungen zur Geschichtsgesellschaft in Leipzig ausgebaut; ein Treffen zur Kieler Woche konnte leider coronabedingt nicht realisiert werden.

7. In unsere Veröffentlichungsliste für 2020 wurde als wichtiger Beitrag zur Stadtgeschichte das „Urkundenbuch“ (großer Dank an Henning Unverhau!) aufgenommen; das Werk von Dr. Jürgen Jensen/Alina Dallmeyer zum Bombenkrieg in Kiel und von Rolf Fischer zu den 70er Jahren/Bantzer sind ebenfalls wie geplant erschienen. Zudem konnten wir unsere Mitteilungen (Bd. 90, H. 1 und 2.) den Mitgliedern zuleiten.

Unsere Webseite wurde immer wieder auf den neuesten Stand gebracht und ist zu einem wichtigen Teil unserer Informations- und Öffentlichkeitsarbeit geworden. Viele Bestellungen und sonstige Kontakte werden darüber abgewickelt. Die Sonderveröffentlichungen werden fast vollständig mit jeweils einem eigenen Artikel vorgestellt, die fehlenden fortlaufend hinzugefügt. 2021 werden die Mitteilungen (z. Z. nur als Liste enthalten) ergänzt.

8. Die Geschäftsstelle arbeitete kontinuierlich und verlässlich die Anfragen der Mitglieder und Interessierten ab und managte alle anfallenden Angelegenheiten mit hoher Professionalität. Es gab konstruktive Gespräche mit der Stadt, die wir 2021 fortsetzen, da noch nicht in allen Fragen Lösungen gefunden werden konnten. Unserem Umzug in neue Räumlichkeiten steht aber generell nichts mehr im Wege.

Kiel, 22.12.2020