Auch in 2022 beeinflusste die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Beschränkungen noch unsere Arbeit. Der zeitweise Verzicht auf Veranstaltungen, Exkursionen, die Schließung der Geschäftsstelle und die starke Reduzierung von direktem Austausch trafen uns sehr. Der Vorstand hat neue Wege beschritten (z.B. Stärkung unserer Internet-Seite, mehr Mailnachrichten, Führungen in Kieler Stadtteilen, Förderung von Büchern und Projekten, Kooperationen mit der Stadt und Vereinen, Engagement an der CAU), die sich als erfolgreich herausstellten, weil sie unsere Position in der Kieler Geschichtsforschung und -diskussion weiter stärken konnten. Der Dank gilt unseren Mitgliedern für die Akzeptanz unseres Weges.

    Publikationen 2022: Die Gesellschaft kooperierte erstmals mit dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der CAU im Bereich „Moderne Stadtarchäologie“. Hier erschien eine Sonderveröffentlichung mit Beiträgen zur modernen Kieler Geschichte. Im Herbst publizierte unsere Gesellschaft als zweite Sonderveröffentlichung das Buch von Timo Erlenbusch über die „Kieler Städtepartnerschaften“, das eine Forschungslücke der Stadtgeschichte ausfüllt. Wir veröffentlichten wieder zwei „Mitteilungen“ und förderten mit Druckkostenzuschüssen weitere stadthistorische Bücher. Unsere Gesellschaft unterstützte das KIEL-Wiki; hier traf sich ein Stammtisch, der über die weiteren Schritte diskutiert.

    Am 8. Juli 2022 fand die Jahreshauptversammlung in den Räumen des neuen Geschichts-Zentrum der Stadt in der Hopfenstraße statt. Herr Fischer verabschiedete Herrn Otto Rohde, den langjährigen Mitarbeiter der Geschäftsstelle, der seit Ende 2021 im Ruhestand ist, und dankte ihm für seine Arbeit. Der Schatzmeister, Herr Münster, berichtete über die Finanz- und Wirtschaftslage des Vereins, die stabil war und bleibt. Dies wurde von der Kassenprüfung bestätigt. Die Mitglieder stimmten den vorliegenden Berichten zu. Die Mitglieder diskutierten die neue Satzung unserer Gesellschaft und akzeptierten den Entwurf des Vorstandes.

    Der Vorsitzende berichtete über Kontakte ins stadthistorische und akademische Umfeld (FH, CAU, hist. Stadtteil-Initiativen, Theater-Museumsverein usw.). Die Gesellschaft beteiligt sich weiter im städt. Begleitausschuss für das neue Zentrum für Erinnerungskultur in der Hopfenstraße. Die Fassade der Kieler Synagoge in der Haßstraße ist – integriert in die Fassade eines modernen Geschäftshauses – u.a. durch den Einsatz der Gesellschaft erhalten und wieder sichtbar. Die Gesellschaft leistete zusammen mit der Deutsch-Dänischen Gesellschaft finanzielle Unterstützung für die Erneuerung des Buches zu den dänischen Gräbern/St. Jürgen auf dem Eichhof-Friedhof. Die Gesellschaft hat eine Spende für die Beleuchtung des Breuste-Denkmals im Ratsdienergarten erhalten. Die Beleuchtung ist als Teil der Aktion „Kiel gemeinsam gestalten“ von der Stadt genehmigt und soll installiert werden.

    Eine Zukunftsaufgabe wird der Einsatz für die moderne und digitale Präsentation von Geschichte sein. Dieser Aufgabe wird sich der Vorstand intensiv stellen. Herr Fischer dankte der Geschäftsstelle für ihre Arbeit. Dr. Rackwitz berichtet kurz über Situation und Aktivitäten während der Pandemie, nicht zuletzt über die Digitalisierung der Mitgliederverwaltung, und verwies auf unsere Homepage, die Frau Kalweit, ebenfalls in der Geschäftsstelle engagiert,  betreut. Die Mitglieder dankten beiden Mitarbeitenden.

    Wir haben in 2022 verstärkt daran mitgearbeitet, dass das Kieler Schloss zum kulturell- musealen Standort wird. Dieser besondere Ort mit sehr vielfältiger Geschichte soll zu einem modernen und technologisch zukunftsstark aufgestellten Zentrum werden, in dem sich auch ein fester Platz für die Kieler Stadtgeschichte findet. Dafür werden wir weiter intensiv werben.

    Ein Schwerpunkt des Jahres 2022 war die Erinnerung an die Olympischen Segelwettbewerbe 1972. Wir organisierten in Kooperation mit anderen Vereinen und der Stadt Kiel Rundgänge in Schilksee, Vorträge und eine Kunstaktion, die alle auf sehr große Resonanz stießen. Unser Vorschlag, eine Publikation zu Olympia 1972 in Kiel zu veröffentlichen, erreichte leider keine Unterstützung.

    Wir boten weitere Themen-Rundgänge an; dazu zählte auch ein Besuch im Molfseer Museum, um die neue Ausstellung und die Gebäude kennenzulernen, der auf sehr großes Interesse stieß. Wir beteiligten uns an historischen Lesungen; z.B. mit Norbert Aust im Studio des Schauspielhauses und mit dem Verein „Maritimes Viertel“ in der Wik. Wir setzten uns für den Erhalt des Marine-Untersuchungsgefängnisses als historisch wichtiger Ort ein.