Band 13 – Kiel im Luftkrieg 1939 – 1945

Tagebuch des Alarmpostens Detlef Boelck.

“Durch Anordnung des Betriebsluftschutzleiters Kern wurde ich ab 1. Juli 1940 zum ‘Alarmposten des Rathauses’ ernannt. Bei jedem Alarm oder Flakfeuer hatte ich mich auf schnellstem Wege ins Rathaus zu begeben. Ich erlebte die Angriffe daher wesentlich aktiver, als wenn ich zu Hause gewesen wäre. Von diesen Gängen zum Rathaus und meinen Sanitätswachen habe ich meine Eindrücke und Erlebnisse niedergeschrieben. […] – Bemerken möchte ich noch, daß es sich um meine Beobachtungen und Betrachtungen handelt, eine absolut genaue Darstellung der Geschehnisse kann erst eine amtliche Untersuchung bringen, denn nur ‘Eine gute Statistik ist die reine Wahrheit.”

So leitet Detlef Boelck sein “Bomben-Tagebuch” Weihnachten 1945 ein, das hier zum ersten Mal im Wesentlichen ungekürzt als stadtgeschichtliche Quelle erscheint. Zwar war Boelcks Gesichtsfeld begrenzt, sein Blickwinkel der eines “Volksgenossen” und eines Statistikers, seine Aufzeichnungen ergänzungsbedürftig. Doch sie geben – gerade in ihrer Mischung mit privaten Beobachtungen und Bemerkungen – ein ganz eigenes Bild der furchtbaren Situation. Nicht zuletzt sind sie ein Dokument der Veränderung, Zermürbung und Erschütterung eines Menschen, der den Luftkrieg an Ort und (ungeschützter) Stelle erlebte.

Detlef Boelck:
Kiel im Luftkrieg 1939 – 1945 (eingeleitet von Jürgen Plöger)
(Sonderveröffentlichung 13 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte | Kiel | – Seiten
Ohne ISBN

In der Geschäftsstelle zum Preis von 6,00 € erhältlich (Nichtmitglieder 7,50 €).