Band 88 – Kieler Künstler III

In der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus 1918-1945.

Der Kieler Matrosenaufstand und die Novemberrevolution von 1918 führten in der ehemaligen Reichsmarinestadt auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet zu einem radikalen Wandel. Für Künstler, Literaten und Schauspieler war der Expressionismus die angemessene Kunstform, dem Grauen des Krieges, aber auch den politischen und sozialen Utopien angemessenen Ausdruck zu verleihen. Künstlerinnen, denen die Weimarer Republik erstmals den Zugang zu Staatlichen Kunstakademien ermöglichte, hatten es weiterhin schwer und wurden nach der Eheschließung von ihren Männern zur Aufgabe ihres Berufes genötigt. Die begabtesten Künstler verließen Kiel bereits in den 1920er Jahren. Wer in Kiel blieb, bezahlte einen hohen Preis. Einige verzettelten sich in einem Geflecht von Intrigen, Richtungskämpfen oder Künstlerneid. Fast alle Kieler Künstlerinnen und Künstler büßten im Bombenhagel des Weltkrieges große Teile ihres Werkes ein. Hans Hansen und Bruno Willer verloren ihr Leben an der Front, Heinrich Ehmsen erlebte die Folterungen im Berliner Gestapo-Keller, Erich Schmidt-Kabul wurde zwangssterilisiert, Richard Grune kam als Homosexueller in ein Konzentrationslager, Hans Ralfs landete in der Psychiatrie. Dagegen stieg Erich Vollbehr mit seinen Propagandagemälden der Reichsparteitage zum Günstling des Führers auf und setzte seine Tätigkeit als gefeierter Künstler nach Kriegsende fort. Mit dem Titel „Kieler Künstler – Von der Weimarer Republik bis zum Ende des Dritten Reiches“ findet die auf drei Bände angelegte Gesamtdarstellung des Kieler Kunstschaffens, die in Band 1 dem Dänischen Gesamtstaat und in Band 2 der Zeit Preußens gewidmet war, ihren Abschluss. Unter anderem werden in 30 ausführlichen Biografien Künstler und Künstlerinnen dieser Zeit gewürdigt. Dabei wurden Tageszeitungen und schriftliche Nachlässe in Archiven, Museen und im Privatbesitz in einem Umfang ausgewertet, der neue Maßstäbe setzt.

Ulrich Schulte-Wülwer:
Kieler Künstler – Band 3: In der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus 1918-1945
(Sonderveröffentlichung 88 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Boyens Buchverlag | Heide 2019 | 480 Seiten
ISBN 978-3-8042-1493-4

In der Geschäftsstelle zum Preis von 25,00 € (Nichtmitglieder 35,00 €) erhältlich.
Für alle drei Bände gemeinsam zahlen Mitglieder 65,00 €.


Band 84 – Die rote Kinderrepublik

2017 erschien anlässlich des 90. Jahrestages der “Kinderrepublik Seekamp” die Neuauflage des Buches “Die rote Kinderrepublik” von Andreas Gayk und anderen. Dabei wurde auf die Originalausgabe von 1929 zurückgegriffen, ergänzt durch ein neues Vorwort von Jürgen Weber.

Kinderrepubliken waren ein pädagogisches Konzept, das in den frühen 1920er Jahren in der demokratischen Arbeiterbewegung entwickelt wurde mit dem Ziel, junge Menschen aus der Arbeiterjugend in Ferienzeltlagern spielerisch nicht nur zur Selbstverantwortung zu erziehen, sondern ihnen auch republikanische Werte und Haltungen zu vermitteln, an denen es in der jungen Weimarer Republik schmerzlich fehlte.

Das vierwöchige Zeltlager auf der städtischen Domäne Seekamp bei Kiel war mit fast 2.500 Kindern aus ganz Deutschland und angrenzenden Ländern die erste und wohl größte Kinderrepublik. Ein großer Teil der organisierten Kieler Arbeiterschaft war an seiner Durchführung beteiligt, nicht zuletzt der junge Redakteur Andreas Gayk, dem mit dem Berliner Kurt Löwenstein die Urheberschaft an dieser Idee zugeschrieben wird.

Die rote Kinderrepublik

Andreas Gayk u.a.:
Die rote Kinderrepublik
(Sonderveröffentlichung 84 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte | Kiel 2017 | 72 S.
Leider vergriffen!

Band 58 – Erinnerungen an Kiel zwischen den Weltkriegen 1918/1939

Die Jahre 1918 bis 1939, also die Zeit zwischen dem Ende des Ersten und dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, sind bestimmt durch zahlreiche politische und wirtschaftliche Krisen. Die Revolution von 1918, der Zusammenbruch des deutschen Kaiserreiches, der Kapp-Putsch 1920, die Inflation 1923, die Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1932, die Auflösungsphase der Weimarer Republik, in der antidemokratische Kräfte in Gesellschaft und Politik die Oberhand gewannen, und schließlich der Aufbau des totalitären Staates unter Adolf Hitler waren die wichtigsten Ereignisse, auf deren Hintergrund sich das Leben der einzelnen Menschen abspielte. Wie haben diejenigen, die damals in Kiel wohnten, diese schwierige Epoche deutscher Geschichte erlebt? Wie sah der Alltag, oft von existenzieller Not geprägt, für sie aus? Wie haben sie ihre Probleme bewältigt? Im Rückgriff auf Lebenserinnerungen, Berichte sowie einige wenige Akten lässt die Historikerin Christa Geckeler Kieler Zeitzeugen und -zeuginnen aus unterschiedlichen sozialen und beruflichen Bereichen und verschiedenen Altersgruppen zu Wort kommen und ihre sehr persönlichen Antworten auf diese Fragen geben.

Christa Geckeler (Hg.):
Erinnerungen an Kiel zwischen den Weltkriegen 1918/1939
(Sonderveröffentlichung 58 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Husum Verlag | Husum 2007 | 239 Seiten
ISBN 978-3-89876-342-4
In der Geschäftsstelle zum Preis von 10,00 € erhältlich (Nichtmitglieder 15,00 €) 
(Nur noch wenige Exemplare)

Band 57 – „Halte fest, was dir von allem übrigblieb“

100 Jahre Theater am Kleinen Kiel.

Dieses Buch versammelt fast 30 Beiträge – journalistische, wissenschaftliche, kulturpolitische sowie Beiträge von Bühnenkünstlern und -künstlerinnen und von Theaterbegeisterten. Es verschafft einen profunden Überblick über die Entwicklung des Kieler Theaterlebens im 20. Jahrhundert. Der Untertitel verweist dabei auf die Eröffnung des Stadttheaters als baugeschichtliches Datum sowie die Gründung der Städtischen Bühnen am 1. Oktober 1907. Die Autoren widmen sich dem Werk und der Wirkung jener Personen, die den „Organismus“ des Kieler Theaters belebt haben und beleben. Es würdigt Theaterleiter, Regisseure, Choreografen, Sänger und Schauspieler – zeitbedingt waren nur wenige Frauen darunter – und ihre wechselnden Themen, ihre unterschiedlichen Stile und Arbeitsweisen. Es geht ein auf kulturpolitische Zielsetzungen, auf die Ansprüche der Kritik und nicht zuletzt auf die Wertschätzung durch das Publikum. Dieses Netzwerk in seiner Vielfalt darzustellen, ist Hauptziel dieser Publikation.

Ole Hruschka (Hg.):
„Halte fest, was dir von allem übrigblieb“. 100 Jahre Theater am Kleinen Kiel
(Sonderveröffentlichung 57 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Ludwig Verlag | Kiel 2007 | 232 Seiten
ISBN 978-3-937719627
In der Geschäftsstelle zum Preis von 17,00 € (Nichtmitglieder 22,80 €) erhältlich.

Band 49 – Kieler Kunstkeramik

Die Kieler Kunst-Keramik A.G. steht für ein bedeutendes Sonderkapitel in der Kunst- und Kulturgeschichte der Stadt Kiel der 1920er Jahre. Das Signet des Unternehmens wurde innerhalb kurzer Zeit überregional zu einem Gütezeichen für hochwertige Keramik. Die beeindruckende Produktpalette der Manufaktur umfasste eine moderne Kollektion feiner Tonwaren sowie Bauplastiken, von denen einige heute noch im Stadtbild präsent sind. Ausgehend von den Beständen des Kieler Stadtmuseums stellen Bärbel Manitz und Hans-Günther Andresen in dem reich bebilderten Band die Geschichte und Organisation der Manufaktur, ihre beiden Produktionszweige sowie die Künstlerinnen und  Künstler vor und diskutieren die zeitgenössische wie aktuelle Bewertung der Kieler Kunst-Keramik.

Bärbel Manitz / Hans-Günther Andresen:
Kieler Kunstkeramik
(Sonderveröffentlichung 49 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Wachholtz Verlag | Neumünster 2004 | 196  Seiten

ISBN 978-3-52902662X
In der Geschäftsstelle zum Preis von 17,00 € (Nichtmitglieder 24,00 €) erhältlich.

Band 33 – Von der Kaiserkrone zum CinemaxX

Die Geschichte der Kieler Filmtheater.

Mit großer Sorgfalt und Genauigkeit hat Horst Reimers, selbst passionierter Cineast, die Geschichte der Kieler Lichtspielhäuser von ihren Anfängen bis zum Jahr 2000 erforscht und dargestellt. Wie in einer traditionellen Vorstellung mit Werbung, Kulturfilm, Wochenschau, Pause und Hauptfilm läuft in diesem Buch die „Programmfolge“ der Kinogeschichte von 1896 bis zur neuen Jahrtausendwende ab. Viele vertraute Anzeigen und Bilder aus den Kieler Filmtheatern – von A wie American Theatre bis W wie Weltspiegel – werden beim Lesen ins Gedächtnis gerufen, unbekannte neu entdeckt. Es werden Erinnerungen an Filme wach, die alle gesehen haben, und es wird deutlich, wie vielfältig, informativ und bemerkenswert die Kieler Kinogeschichte als Teil der Stadt- und Kulturgeschichte ist.

Horst Reimers:
Von der Kaiserkrone zum CinemaxX. Die Geschichte der Kieler Filmtheater
(Sonderveröffentlichung 33 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Husum Verlag | Husum 1999 | 478 Seiten
ISBN 978-3-88042-916-1
In der Geschäftsstelle zum Preis von 15,00 € (Nichtmitglieder 25,00 €) erhältlich.