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Marinegeschichte auf dem Kieler Nordfriedhof

Die Sonderveröffentlichung 97 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte widmet sich dem Kieler Nordfriedhof. Er wurde 1878 als Militärfriedhof angelegt, daher lassen sich viele seiner Gräber und Gedenkstätten mit marinegeschichtlichen Ereignissen in Verbindung bringen.

Dr. Dieter Hartwig, Kieler Marineoffizier a.D., Politologe und Historiker, hat diesen Bezügen, die nicht bei allen Gräbern auf den ersten Blick erkennbar sind, nachgespürt. In vielen Fällen eröffnet er anhand von Namen und Dienstgraden interessante Einblicke in Aspekte der deutschen Marinegeschichte. Gelegentlich ergeben sich Bezüge zur Marine auch rein zufällig; anderes widersetzt sich bisher der Klärung.

Dieser Band ergänzt die Veröffentlichungen über die Kieler Friedhöfe, die die Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte auf den Weg gebracht hat. Mit ihm liefert Dieter Hartwig eine aktuelle und umfassende Darstellung der militärischen Grabstellen auf dem Nordfriedhof und eine Basis für alle weitergehenden Forschungen zur einschlägigen Militär- und Kulturgeschichte.

Titel SV 097 - Nordfriedhof

Dieter Hartwig:
Marinegeschichte auf dem Kieler Nordfriedhof (Sonderveröffentlichung 97 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Ludwig Verlag | Kiel 2021 | 256 Seiten
ISBN 978-3-86935-416-3
In der Geschäftsstelle zum Preis von 18,00 € erhältlich (Nichtmitglieder 24,90 €).

»Hier Himmelsfeier, dort Erdenposse« – Sonderveröffentlichung 96 wurde vorgestellt

»Hier Himmelsfeier, dort Erdenposse« nannte Hilke Niemann ihr Buch über „Die Kieler Theater im Ersten Weltkrieg zwischen Patriotismus, hoher Kunst und Ablenkung“.
Am 7. November stellte sie es im – angesichts der Pandemiebeschränkungen gut gefüllten – 1. Foyer des Opernhauses vor.
Rolf Fischer bei seiner Begrüßung„Auch zwischen den Waffen brauchen die Musen nicht zu
schweigen.“ (Zitat aus: Kieler Neueste Nachrichten, 15.09.1914)  
Welche Bedeutung kann das Theater haben, wenn sich ein Land im Kriegszustand befindet? Dieser Frage widmete sich Hilke Niemann nach der Begrüßung durch Siegfried Jacobs, den Vorsitzenden des Vereins Theatermuseum Kiel e.V., und den GKSt-Vorsitzenden Rolf Fischer (Bild oben).

Autorin Hilke NiemannAutorin Hilke Niemann

Mit Blick auf den Ersten Weltkrieg untersuchte sie, ob Krieg und Politik mit Kriegsbeginn in der Theaterspielzeit 1914/1915 ihren Weg auf die Kieler Bühnen fanden und wie sich die gesellschaftlichen Veränderungen in den folgenden Spielzeiten auf das Theater und seine Spielpläne auswirkten.
Grundlage ihrer Forschungen, bei denen sie vom Verein Theatermuseum Kiel e.V. tatkräftig unterstützt wurde, bilden die Theaterakten der Stadt sowie ein systematisch rekonstruierter Spielplan der Spielzeiten 1913/1914 bis 1918/1919. Mit Anzeigen und Kritiken zeitgenössischer Kieler Zeitungen sowie zahlreichen bisher unbekannten Fotografien von Kieler Schauspielern und Schauspielerinnen wie Ena Döhle (Bild oben rechts) gibt dieses Buch einen lebhaften Einblick in den Kieler Theateralltag und in das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Stadt während des Ersten Weltkrieges.

Bernd Fiedler (links) und Siegfried JacobsBernd Fiedler (links)
und Siegfried Jacobs

Fotografien und Zeitungsausschnitte vermittelten einen optischen, Tonaufnahmen von alten Schellackplatten, die der Sammler Bernd Fiedler aus seiner umfangreichen Sammlung bereit stellte, darüber hinaus einen akustischen Eindruck der Zeit. Insgesamt beleuchtet das Buch einen kurzen, aber wichtigen Abschnitt des Kieler Theaterlebens und füllt eine Lücke in den Veröffentlichungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte.

Das Buch ist im Oktober 2021 als Band 96 in der Reihe der Sonderveröffentlichungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte erschienen:

Hilke Niemann:
„»Hier Himmelsfeier, dort Erdenposse« Die Kieler Theater im
Ersten Weltkrieg zwischen Patriotismus, hoher Kunst und
Ablenkung“
Verlag Ludwig, Kiel 2021 – 192 Seiten, 54 S/W-Abbildungen,
Broschur, 17x24cm, ISBN: 978-3-86935-413-2
Im Buchhandel erhältlich für € 22,50.
Mitglieder der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte zahlen bei Bestellung über die Geschäftsstelle den reduzierten Mitgliederpreis von € 17,00.

Fotos v. d. Veranstaltung: skw

Kieler Online-Lexikon Kiel-Wiki sucht Verstärkung

Die Internet-Plattform Kiel-Wiki wächst weiter, und auch unser Stammtisch etabliert sich.

Nächste Gelegenheit, sich zu treffen, ist
Mittwoch, der 5. Januar 2022, um 19 Uhr.
Der Ort steht noch nicht fest. Interessierte können uns eine Mail schreiben (siehe „Kontakt“).

Der Stammtisch findet jeweils am 1. Mittwoch im Monat statt. BearbeiterInnen kommen zusammen zum Austausch und um neuen Interessierten im Umgang mit dem Wiki zu helfen. Alle sind willkommen, auch ohne Vorerfahrungen.

Wem das Netz zu wenig Informationen über die Stadtgeschichte oder anderes zu Kiel bereithält, der oder die kann jetzt selbst für Abhilfe sorgen. Das lokale Online-Lexikon Kiel-Wiki und die Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte bieten interessierten Kielerinnen und Kielern die Möglichkeit, ihr Wissen über die Landeshauptstadt und all ihre Facetten nach dem Vorbild der Internet-Enzyklopädie Wikipedia zu teilen: in Form von Artikeln etwa über geschichtsträchtige Ereignisse, kulturelle Begebenheiten, herausragende Persönlichkeiten oder attraktive Orte der Stadt.

Derzeit sind fast 4 500 entsprechende Artikel online lesbar. Vorlagen und Anleitungen erleichtern den Einstieg in die digitalisierte Lokalgeschichtsschreibung. Sollten dennoch mal ‚alle Stricke reißen‘, helfen die erfahrenen BearbeiterInnen der Plattform weiter.

Kunst und Kultur auf dem Südfriedhof

Dr. Dieter Andresen liest am Grab von Klaus Groth. (Foto skw)
Dr. Dieter Andresen liest am Grab von Klaus Groth. (Foto skw)

Mit zwei Führungen am 16. und 23. September über den Südfriedhof auf den Spuren plattdeutscher Autoren schloss die Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte ihr Angebot an Veranstaltungen für 2021 ab. Der bekannte plattdeutsche Autor und Literaturkenner Pastor Dr. Dieter Andresen führte uns zu den Gräbern von Reimer Bull, Johann Meyer und Klaus Groth und las aus deren Werken. Der Liedermacher Manfred Jaspers ergänzte die gut einstündige Führung durch zum Teil eigens für diesen Anlass vertonte Werke der drei Autoren. Damit will die Gesellschaft auch zur Sicherung der plattdeutschen Sprache als Kulturgut beitragen.

Wegen der Pandemie-Beschränkungen konnten auch 2021 nicht die gewohnten Exkursionen unternommen werden. Mit sommerlichen Freiluftführungen auf Friedhöfen (Südfriedhof, Jüdischer Friedhof und Nordfriedhof) und in Stadtteilen (Franzosenviertel) bot die Gesellschaft ihren Mitgliedern Alternativen im Rahmen des Möglichen an, die sehr gut angenommen wurden. Daher werden diese Angebote 2022 beibehalten, selbst wenn Exkursionen zu anderen Zielen in Schleswig-Holstein wieder möglich sein sollten.

Führung Jüdischer Friedhof durch Frau Viktoria Ladyshenski. (Foto Rackwitz)

Kiel in Schleswig

Ende August beteiligte sich unsere Gesellschaft am 3. „Tag der schleswig-holsteinischen Geschichte“. Schon für 2020 unter dem Motto „Grenzen im Norden“ geplant, wegen der Pandemie mehrfach verschoben, war der Fachtag in der Schleswiger A. P. Møller Skolen jetzt gut besucht. Unser Info-Stand war einen Tag lag ein gefragter Anlaufpunkt für viele an der Geschichte Kiels interessierte Gäste. Dabei wurde angeregt über die Vermittlung von historischen Inhalten diskutiert.

Auch zum Fachprogramm trugen unser Vorsitzender Rolf Fischer und Geschäftsführer Dr. Martin Rackwitz bei – mit einem gemeinsamen Kurzvortrag über „Grenzen der Erinnerung. Die notwendige Rolle der ‚Zweitzeugen‘ in der Erinnerungskultur“. Bei Interesse kann er – ebenso wie alle anderen Kurzvorträge des Tages – nachgelesen werden im Themenheft 5 von „Schleswig-Holstein. Die Kulturzeitschrift für den Norden“ (Sommer/Herbst 2021).

(Fotos skw)