Band 95 – Kiel und die 70er

Günther Bantzer und der Beginn unserer Gegenwart.

In keiner anderen Dekade erlebte Kiel eine so dynamische Entwicklung zur modernen Stadt wie in den 1970er Jahren. Mehr Wandel war selten. Rasant veränderte sich das demokratische Selbstverständnis der Kielerinnen und Kieler hin zu einer Bürgerschaft, die ihre Stadt aktiv gestalten wollte. Diese Zeit prägte eine ganze Generation und damit auch kommunale Politik, Kultur, Bildung und Architektur tief und nachhaltig – zum Teil kontrovers diskutiert bis heute. So sind die 70er Jahre nichts weniger als der Beginn unserer Gegenwart. Als treibende Kraft galt Oberbürgermeister Günther Bantzer, der in seiner fünfzehnjährigen Amtszeit Herausforderungen vielfältiger Art zu meisten verstand. Dieses Buch ist die Biografie eines faszinierenden Jahrzehnts, das für Kiel, wie wir es heute erleben, von grundlegender Bedeutung ist.

Rolf Fischer:
Kiel und die 70er. Günther Bantzer und der Beginn unserer Gegenwart
(Sonderveröffentlichung 95 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Wachholtz Verlag | Kiel/Hamburg 2020 | 200 Seiten
ISBN 978-3-529-05059-6
In der Geschäftsstelle zum Preis von 13,00 € erhältlich (Nichtmitglieder 19,90 €)

 

Band 90 – Der Kieler Südfriedhof

Bestattungskultur und Gartenkunst seit 1869.

Mit seinem Alter von 150 Jahren ist der Kieler Südfriedhof nicht nur der älteste Friedhof der Stadt, sondern auch ihr bedeutendster und schönster. Als erster Parkfriedhof im Lande wurde er nach den Ideen des Englischen Landschaftsparks gestaltet. Damit verkörpert er ein freiheitlich-republikanisches Weltbild, wie es im Zeitalter der Aufklärung entstanden ist. In seiner Bestattungskultur spiegelt der Südfriedhof die Entwicklung vom Einzug der Verstorbenen in die großbürgerliche Grabanlage bis hin zu deren namenlosem Verschwinden „unter dem ­grünen Rasen“. Interesse verdient er auch als letzte Ruhestätte von Kieler Persönlichkeiten aus Politik und Kirche, Wissenschaft und Technik, Handel und Medizin sowie Kunst und Literatur. Walter Arnold (Text) und Bettina Fischer (Fotos) zeichnen ein Porträt dieses bewahrenswerten Ortes der Stadt- und der Landesgeschichte.

Walter Arnold / Bettina Fischer:
Der Kieler Südfriedhof – Bestattungskultur und Gartenkunst seit 1869 (Sonderveröffentlichung 90 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Husum Verlag | Husum 2020 | 159 Seiten
ISBN 978-3-89876-963-1
In der Geschäftsstelle zum Preis von 14,00 € erhältlich (Nichtmitglieder 17,95 €).

Band 89 – Das radikale Leben

Der Kieler Maler Richard Grune und seine Zeit (1903–1984).

Der Kieler Maler Richard Grune war ein überaus vielschichtiger Mensch. Allergisch gegen jede Autorität und Moral, dabei als Maler und Kunstpädagoge mitfühlend und humanistisch geprägt, führte ihn sein Leben radikal und häufiger an die Abgründe menschlicher Existenz als auf die Höhen künstlerischer Erfolge. In der „Passion des XX. Jahrhunderts“, seinem bekanntesten Werk, hält er uns als Zeitzeuge und Opfer der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in nur wenigen Lithographien den Spiegel des Novecento vor, einer Epoche, deren Folgen wir noch lange spüren werden. Heute zeigen einige der berühmtesten Museen der Welt seine Werke, und doch ist er fast vergessen als Mitglied einer Generation, die in der Ökonomisierung der Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg keinen Platz mehr fand. Richard Grune blieb Kiel lebenslang tief verbunden und es ist an der Zeit, ihn und sein Werk neu zu entdecken.

Rolf Fischer:
Das radikale Leben. Der Kieler Maler Richard Grune und seine Zeit (1903–1984)
(Sonderveröffentlichung 89 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Verlag Ludwig | Kiel 2019 | 232 Seiten
ISBN 978-3-86935-355-5

In der Geschäftsstelle zum Preis von 17,00 € erhältlich (Nichtmitglieder 24,00 €)

Band 88 – Kieler Künstler III

In der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus 1918-1945.

Der Kieler Matrosenaufstand und die Novemberrevolution von 1918 führten in der ehemaligen Reichsmarinestadt auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet zu einem radikalen Wandel. Für Künstler, Literaten und Schauspieler war der Expressionismus die angemessene Kunstform, dem Grauen des Krieges, aber auch den politischen und sozialen Utopien angemessenen Ausdruck zu verleihen. Künstlerinnen, denen die Weimarer Republik erstmals den Zugang zu Staatlichen Kunstakademien ermöglichte, hatten es weiterhin schwer und wurden nach der Eheschließung von ihren Männern zur Aufgabe ihres Berufes genötigt. Die begabtesten Künstler verließen Kiel bereits in den 1920er Jahren. Wer in Kiel blieb, bezahlte einen hohen Preis. Einige verzettelten sich in einem Geflecht von Intrigen, Richtungskämpfen oder Künstlerneid. Fast alle Kieler Künstlerinnen und Künstler büßten im Bombenhagel des Weltkrieges große Teile ihres Werkes ein. Hans Hansen und Bruno Willer verloren ihr Leben an der Front, Heinrich Ehmsen erlebte die Folterungen im Berliner Gestapo-Keller, Erich Schmidt-Kabul wurde zwangssterilisiert, Richard Grune kam als Homosexueller in ein Konzentrationslager, Hans Ralfs landete in der Psychiatrie. Dagegen stieg Erich Vollbehr mit seinen Propagandagemälden der Reichsparteitage zum Günstling des Führers auf und setzte seine Tätigkeit als gefeierter Künstler nach Kriegsende fort. Mit dem Titel „Kieler Künstler – Von der Weimarer Republik bis zum Ende des Dritten Reiches“ findet die auf drei Bände angelegte Gesamtdarstellung des Kieler Kunstschaffens, die in Band 1 dem Dänischen Gesamtstaat und in Band 2 der Zeit Preußens gewidmet war, ihren Abschluss. Unter anderem werden in 30 ausführlichen Biografien Künstler und Künstlerinnen dieser Zeit gewürdigt. Dabei wurden Tageszeitungen und schriftliche Nachlässe in Archiven, Museen und im Privatbesitz in einem Umfang ausgewertet, der neue Maßstäbe setzt.

Ulrich Schulte-Wülwer:
Kieler Künstler – Band 3: In der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus 1918-1945
(Sonderveröffentlichung 88 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Boyens Buchverlag | Heide 2019 | 480 Seiten
ISBN 978-3-8042-1493-4

In der Geschäftsstelle zum Preis von 25,00 € erhältlich (Nichtmitglieder 35,00 €).
Für alle drei Bände gemeinsam zahlen Mitglieder 65,00 €.


Band 85 – Kiel im Zeitalter der Weltkriege

Fotografierte Stadt- und Zeitgeschichte 1914 bis 1955.

Das Nachfolgewerk zum “Kieler Bilderschatz” (SV 69). Keine wechselvolle Zeitspanne hat sich so tief in das gesellschaftliche Gedächtnis eingeprägt wie die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Erlebte Kiel noch am Vorabend des 1. Weltkrieges als Reichskriegshafen einen historischen Höhepunkt seiner Entwicklung, folgten mit dem verlorenen Krieg einschneidende Umbruchs- und Krisenjahre. Nach der nationalsozialistischen Scheinblüte versank die Stadt in Schutt und Asche und bestand in der anschließenden britischen Besatzungszeit entbehrungsreiche, aber von Aufbruchsstimmung getragene Jahre des Wiederaufbaus. Mit dem Auslaufen des Besatzungsstatuts 1955 kündigten sich schließlich die Anfänge des “Wirtschaftswunders” an.

Herausgeber Dr.  Jürgen Jensen hat über 650 Erinnerungs- und Schlüsselbilder des öffentlichen Lebens und der privaten Lebensführung in Kiel zusammengestellt und kommentiert. Es entsteht ein Spiegelbild der Stadt- und Zeitgeschichte und zugleich ihre visuelle Dokumentation als historischer Bilderkanon.

Jürgen Jensen:
Kiel im Zeitalter der Weltkriege. Fotografierte Stadt- und Zeitgeschichte 1914 bis 1955
(Sonderveröffentlichung 85 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Husum Druck & Verlag | Husum 2017 | 568 S.
ISBN 978-3-89876-874-0
In der Geschäftsstelle zum Preis von 24,00 € erhältlich (Nichtmitglieder 39,95 €).

Band 84 – Die rote Kinderrepublik

2017 erschien anlässlich des 90. Jahrestages der “Kinderrepublik Seekamp” die Neuauflage des Buches “Die rote Kinderrepublik” von Andreas Gayk und anderen. Dabei wurde auf die Originalausgabe von 1929 zurückgegriffen, ergänzt durch ein neues Vorwort von Jürgen Weber.

Kinderrepubliken waren ein pädagogisches Konzept, das in den frühen 1920er Jahren in der demokratischen Arbeiterbewegung entwickelt wurde mit dem Ziel, junge Menschen aus der Arbeiterjugend in Ferienzeltlagern spielerisch nicht nur zur Selbstverantwortung zu erziehen, sondern ihnen auch republikanische Werte und Haltungen zu vermitteln, an denen es in der jungen Weimarer Republik schmerzlich fehlte.

Das vierwöchige Zeltlager auf der städtischen Domäne Seekamp bei Kiel war mit fast 2.500 Kindern aus ganz Deutschland und angrenzenden Ländern die erste und wohl größte Kinderrepublik. Ein großer Teil der organisierten Kieler Arbeiterschaft war an seiner Durchführung beteiligt, nicht zuletzt der junge Redakteur Andreas Gayk, dem mit dem Berliner Kurt Löwenstein die Urheberschaft an dieser Idee zugeschrieben wird.

Die rote Kinderrepublik

Andreas Gayk u.a.:
Die rote Kinderrepublik
(Sonderveröffentlichung 84 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte | Kiel 2017 | 72 S.
Ohne ISBN
Leider vergriffen!

Band 83 – Die Kieler Garnisonskirchen

Kirchenbau um 1900 zwischen Historismus und Moderne.

Keine andere Stadt in Deutschland weist heute noch vier bestehende Garnisonskirchen auf. Alle vier wurden um 1900 erbaut. Sie stehen in enger Verbindung zur rasanten städtebaulichen Entwicklung, die Kiel der Ansiedlung der Kaiserlichen Marine und dem Reichskriegshafen verdankt.

Bis heute sind die Kirchen städtebaulich prägnant; sie verkörpern architektonisch anspruchsvolle Positionen im Ringen zwischen einem traditionsgebundenen Historismus und der Moderne. In einer Zeit, in der viel über angemessene kirchliche Bauformen und Bautypen diskutiert wurde, spiegeln die Kieler Garnisonskirchen diese Reformbemühungen beispielhaft wider.

Der vorliegende Band widmet sich vor allem der Pauluskirche am Niemannsweg in Düsternbrook, der katholischen Garnisonskirche St. Heinrich, der überregional besonders bedeutenden Petruskirche in der Wik sowie der Rolle der Marinebauten im Kieler Stadtgefüge. Er spürt in sechs Beiträgen – von Oliver Auge, Klaus Gereon Beuckers, Jens Lowartz, Charlott Hannig, Sören Groß und Katharina Priewe – architektonischen Einflüssen und Konzeptionen, Fragen der Kirchenausstattung und dem denkmalpflegerischen Umgang mit ihnen nach. So gelingt ein in vielen Aspekten überraschender, die bisherigen Kenntnisse erweiternder Blick auf ein bedeutendes Stück Kieler Stadtbaugeschichte.

Titelabb SV 083 Garnisonskirchen

Klaus Gereon Beuckers, Katharina Priewe (Hrsg.):
Die Kieler Garnisonskirchen – Kirchenbau um 1900 zwischen Historismus und Moderne
(Sonderveröffentlichung 83 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Verlag Ludwig | Kiel 2017 |  200 S.
ISBN 978-3-86935-311-1
In der Geschäftsstelle zum Preis von 18,00 € erhältlich (Nichtmitglieder 24,90 €).

Band 81 – Kieler Künstler II

Kunstleben in der Kaiserzeit 1871 – 1918.

Auf der Grundlage bislang unbekannter Briefe, Lebenserinnerungen und Zeitungsberichte beschreibt der Autor das Kunstleben in Kiel zur Kaiserzeit. Als Standort der Kriegsmarine und der Kaiserlichen Werften wuchs dessen Bevölkerung zwar rasant, doch die kulturelle Entwicklung der Stadt hinkte deutlich hinterher. Von den lokalen Künstlerinnen und Künstlern war allein Fritz Stoltenberg in der Lage, den auswärtigen Marinemalern die Stirn zu bieten, die die Flottenpolitik des Kaisers in ihren Gemälden verherrlichten.

Erst mit der Gründung der Schleswig-Holsteinischen Kunstgenossenschaft im Jahr 1894 und der Einweihung der heutigen Kunsthalle im Jahr 1909 trat eine deutliche Verbesserung der Verhältnisse ein. Ein Schwerpunkt des Buches ist die Wiederentdeckung von Sophie Sthamer-Seelig, der wohl bedeutendsten schleswig-holsteinischen Malerin dieser Zeit. In rund 25 ausführlichen Biografien würdigt der Autor daneben Hans Olde, Heinrich Heger, Dora Arnd Raschid, Clara von Sivers, Clarita Beyer, Julius Fürst, Thomas Wolters, Eduard Lürssen, Heinrich Mißfeldt und weitere Künstlerpersönlichkeiten.

Titelabb SV 081 Kieler Künstler II


Ulrich Schulte-Wülwer:

Kieler Künstler, Band 2: Kunstleben in der Kaiserzeit 1871-1918
(Sonderveröffentlichung 81  der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)

Boyens Buchverlag | Heide 2016 | 448 S.
ISBN 978-3-8042-1442-2
In der Geschäftsstelle zum Preis von 25,00 € erhältlich (Nichtmitglieder 35,00 €).
Für alle drei Bände gemeinsam zahlen Mitglieder 65,00 €.

Band 80 – Gaardener Handel und Wandel in Geschichte und Geschichten

Streifzüge durch die Geschäftswelt auf dem Kieler Ostufer.

Wer Zugang zu den Menschen auf dem Kieler Ostufer sucht, findet ihn in den Gaardener Streifzügen des 1948 in Kiel geborenen Chronisten Walter Ehlert. Eine bunte Gesellschaft prägte die Geschäftswelt des 20. Jahrhunderts: Kaufleute, Drogisten, Friseure, Gastwirte und viele andere Kleinunternehmer versorgten diesen typischen Arbeiterstadtteil.

Der Umbruch kam mit der Niederlassung auswärtiger Supermärkte und Handelsketten. Viele inzwischen alt gewordene Einzelhändler gaben auf, aber neue kamen hinzu und behaupten sich mit speziellen Angeboten. Zahlreiche Abbildungen gewähren einen nostalgischen Einblick in eine gar nicht so weit zurückliegende Zeit. Das Ergebnis ist ein Lesebuch, ein Geschichtsbuch, ein Bilderbuch des alten Kiel-Gaarden.

Ehlert, Gaardener Handel und Wandel (Titel)


Walter Ehlert:
Gaardener Handel und Wandel in Geschichte und Geschichten. Streifzüge durch die Geschäftswelt auf dem Kieler Ostufer
(Sonderveröffentlichung 80 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Husum Druck | Husum 2016 | 280 S.
ISBN 978-3-89876-868-9
In der Geschäftsstelle zum Preis von 8,00 € erhältlich (Nichtmitglieder 12,95 €)

Band 79 – Der Niemannsweg

Geschichte einer Straße, ihrer Menschen und Häuser in Kiel-Düsternbrook

Der Niemannsweg ist eine lange alleeartige Straße im Norden Kiels, die in ihrem Verlauf einem alten Feldweg folgt und am Rand des Gehölzes Düsternbrook liegt. Ihrer wechselvollen Geschichte während der sieben Jahrzehnte von 1873 bis 1945 geht Prof. Dr. Kai Detlev Sievers in diesem Buch nach. Zu Beginn der 1880er Jahre setzte die zunächst zögerliche, dann rasche Bebauung des Niemannswegs ein.

Eine Reihe politischer Veränderungen hinterließen ihre Spuren auch im Niemannsweg: Professoren zogen in die Gegend, wenig später die Seeoffiziere der kaiserlichen Flotte und Kieler Großkaufleute. Der Niemannsweg ist und war Wohnort bekannter Familien wie die der Ahlmanns, Lubinus’ oder Meyers. Weitere bekannte Bewohner des Niemannsweges waren u. a. der Soziologe Ferdinand Tönnies, der Sprachforscher Otto Mensing oder der Kaufmann Carl Lehment. Der Niemannsweg ist “eine der großen Straßen” des Landes, und dies ist die erste kenntnis- und materialreiche Darstellung ihrer Geschichte.

Titelbild Sonderveröffentlichung 079 Der Niemannsweg


Kai Detlev Sievers:
Der Niemannsweg. Geschichte einer Straße, ihrer Menschen und Häuser in Kiel-Düsternbrook
(Sonderveröffentlichung 79 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte)
Wachholtz Verlag | Kiel/Hamburg 2016 | 224 S.
ISBN 978-3-529-05133-3
In der Geschäftsstelle zum Preis von 17 € erhältlich (Nichtmitglieder 29,95 €).